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Werk und Versicherungssumme: was zählt mit?

Die wichtigste Zahl einer CAR-Police ist nicht die Prämie, sondern die Versicherungssumme: Sie sagt aus, bis zu welchem Wert der Versicherer einsteht. Liegt diese Zahl unter der Realität, bleibt auch die schönste Deckung Stückwerk – Unterversicherung ist nämlich kein theoretisches Risiko, sondern bei der Schadenzahlung ein sehr handfester Abzug.

Kurz gefasst:
  • Die Versicherungssumme ist der vollständige Wiederherstellungswert des Bauwerks: Material + Arbeitslohn + zugehörige Kosten.
  • Auch die eigene Leistung und unentgeltlich erhaltenes Material sind ein Wert – dass darüber nicht abgerechnet wurde, ändert nichts daran, dass sie ersetzt werden müssen.
  • Bei Unterversicherung entschädigt der Versicherer in der Regel anteilig.
  • Steigt der Projektwert im Projektverlauf, muss die Deckung erhöht werden – das ist eine übliche Meldung.

Woraus setzt sich der Wert des Bauwerks zusammen?

Ausgangspunkt ist der Wert laut Werkvertrag – doch damit ist es nicht immer getan. Dazu gehören die Material- und Lohnkosten, das einzubauende, auf der Baustelle gelagerte Material, eine etwaige Materialbeistellung durch den Auftraggeber (die der Bauunternehmer nicht abrechnet, die aber im Bauwerk steckt), und in der Regel die zugehörigen Kosten: Planung, Transport, Zoll, Probebetrieb. Den genauen Umfang legt die Bedingung fest – deshalb sollte bei der Angebotsanfrage das Projekt-Datenblatt vollständig abgefragt werden.

Die Falle der Unterversicherung

Ist ein Bauwerk im Wert von 100 Einheiten nur mit 60 versichert, entschädigt der Versicherer den Schaden in der Regel im selben Verhältnis – auch bei einem Teilschaden. Das ist das Prinzip der anteiligen Entschädigung, und das ist keine Strafe, sondern das Gleichgewicht zwischen Prämie und Risiko: Wer die Prämie für den halben Wert zahlt, erhält den halben Schutz. Die Lehre daraus ist einfach: Die Festlegung der Versicherungssumme ist nicht der Ort, um an der Prämie zu sparen. Verwandt ist dieses Prinzip mit der Unterversicherung in der Wohngebäudeversicherung – das Prinzip ist dasselbe, nur der Einsatz hat Projektgröße.

Wenn der Wert im Projektverlauf steigt

Steigende Materialpreise, Zusatzarbeiten, ein wachsender technischer Umfang: Der Wert eines Bauprojekts bleibt selten dort stehen, wo er beim Start war. Die CAR kann damit Schritt halten – aber nur, wenn man es ihr mitteilt. Die Meldung einer Werterhöhung sollte genauso zur Routine gehören wie die Meldung einer Terminänderung: Den Ablauf zeigt der Beitrag zur Änderungsmeldung, die vertrags- und ausschreibungsseitige Perspektive der Beitrag zur Änderung.

Praktische Routine beim Vertragsabschluss

Drei Fragen sind es wert, gestellt zu werden. Eins: Enthält der vertragliche Wert alles, was im Schadenfall ersetzt werden müsste? Zwei: Gibt es eine Materialbeistellung durch den Auftraggeber oder eigene Leistungen, die in den Rechnungen nicht sichtbar sind? Drei: Wie groß ist die realistische Bandbreite der Wertbewegung, und wie behandelt die Bedingung sie (automatische Toleranz, Meldepflicht)? Wer auf diese drei Fragen die Antwort kennt, für den ist die Versicherungssumme kein Risiko, sondern eine Stärke – den Rest ergänzt der Beitrag zur Bauleistungsdeckung.

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Dieser Artikel ist rein informativ, enthält allgemeine Informationen und stellt kein Angebot und keine Versicherungs- oder Rechtsberatung dar. Die konkreten Deckungen werden durch die jeweils geltenden Vertragsbedingungen der Versicherer bestimmt; die Sektionsstruktur und der Umfang der Erweiterungen unterscheiden sich von Versicherer zu Versicherer.

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