Die technische Übergabe/Abnahme ist das Fest des Projekts – und der wichtigste Stichtag im Versicherungskalender: An diesem Tag verlässt das Bauwerk die Welt der CAR und tritt in die Welt des betriebenen Vermögens ein. Zwischen den beiden Welten darf keine Lücke bleiben, denn das Risiko kennt keine Pause: Ein brandneues Gebäude kann genauso brennen oder volllaufen wie ein halbfertiges.
Die Deckung der Bauphase schließt ab: Das Bauwerk ist nicht mehr Bauleistung, sondern fertiger Vermögenswert. Die Gewährleistungspflicht des Bauunternehmers schließt hingegen nicht ab – dafür gibt es die Gewährleistungs-Deckung –, und auch die Risiken des Betriebs verschwinden nicht: Feuer, Sturm, Leitungswasser, Einbruch, Glasbruch, Maschinenausfall. Dieselben Gefahren, nur in einem anderen vertraglichen Rahmen.
Die Deckung für den fertigen Standort baut sich anders auf: Gebäude- und Inventarversicherung, Warenbestand, elektronische Geräte, bei einem laufenden Unternehmen die Betriebsunterbrechungs-Deckung (steht die Produktion, laufen die Kosten weiter) – und daneben die Betriebshaftpflicht. Das ist bereits das Gebiet der Schwesterseite vagyon.biz: Der weiterführende Artikel setzt dort fort, wo dieser endet. Als Bauherr lohnt sich einen Monat vor der Übergabe die Frage: „Liegt schon ein Angebot für die Betriebsdeckung vor?“
Die richtige Reihenfolge: Angebote für die Sachversicherung vor der Übergabe einholen (mit den Daten des fertigen Bauwerks: Grundfläche, Konstruktion, Technik, Werte); der Versicherungszeitraum beginnt mit dem Tag der Übergabe; auf CAR-Seite die Gewährleistungs-Deckung aktivieren und die Übergabe melden; bei Teilübergaben abschnittsweise nachverfolgen. Die Schritte zum Abhaken: Übergabe-Checkliste. Die schriftliche Dokumentation des Stichtags (Übergabeprotokoll) ist bei Schadenfällen auf beiden Seiten entscheidend: Artikel zu Beginn und Ende.
Die Betriebsversicherung fällt in den Zuständigkeitsbereich des Eigentümer-Betreibers – aber es gehört zur guten Leistung eines Bauunternehmers, rechtzeitig auf die Notwendigkeit des Wechsels hinzuweisen und die dafür nötigen Daten zu übergeben (Ausführungsdokumentation, verbaute Werte). Als Versicherungsmakler helfe ich, den Abschluss der Projektdeckung und den Aufbau der Betriebsdeckung so abzustimmen, dass das Risiko einer Deckungslücke im Rahmen der jeweiligen Bedingungen möglichst gering bleibt. Der erste Schritt ist auch hier die Beratung: Terminvereinbarung.
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Als unabhängiger Makler konkurrieren die Versicherer um Sie – nicht umgekehrt. Für die Beratung berechne ich keine Gebühr – die Vermittlungsvergütung zahlt der Versicherer, sie ist Teil der Versicherungsprämie.