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CAR und EAR: Unterschied und wann was gilt

Für das fertige Gebäude ist die Wohngebäude- oder Sachversicherung zuständig – aber was schützt das Bauwerk, während es entsteht? Genau dafür wurden die beiden Spielarten der Bauleistungsversicherung geschaffen: die CAR und die EAR. Hinter den Abkürzungen steckt eine einfache Logik, und die erste Entscheidung ist bei jedem Projekt dieselbe: In welchen Rahmen fällt die Arbeit?

Kurz gefasst:
  • Die CAR (Contractors' All Risks) ist die Deckung für Bauarbeiten: Hochbau, Tiefbau, Rohbau – der Schutz des entstehenden Bauwerks von der Planung bis zur Übergabe.
  • Die EAR (Erection All Risks) gilt für Montagearbeiten: die Aufstellung und Inbetriebnahme von Maschinen, Anlagen und technologischen Linien.
  • Beide folgen der All-Risk-Logik: Was nicht ausgeschlossen ist, ist in der Regel gedeckt.
  • Bei einem gemischten Projekt entscheidet der Schwerpunkt – wichtig ist, dass die gesamte Arbeit unter einer durchgängigen Deckung steht.

CAR: wenn das Bauwerk entsteht

Die CAR ist der klassische Rahmen für Bauprojekte: Einfamilienhaus, Mehrfamilienhaus, Halle, Bürogebäude, Straße, Versorgungsleitungen. Das Herzstück der Police ist der Sachteil, der das entstehende Bauwerk – die erbrachte Bauleistung, das verbaute Material, den Bestand auf der Baustelle – gegen unerwartete, plötzliche Schäden schützt: Sturm, Feuer, Leitungswasser, Diebstahl, Einsturz. Daneben regelt der Haftpflicht-Teil Schäden, die Dritten entstehen – von der gerissenen Nachbarwand bis zur beschädigten Versorgungsleitung. Wie die beiden Standbeine aufgebaut sind, erklärt ein eigener Beitrag: die zwei Sektionen der CAR.

EAR: wenn die Technik zusammenkommt

Die EAR ist die Montage-Ausgabe derselben Logik: die Installation von Fertigungslinien, die Sanierung von Heizzentralen, Kälte- und Klimatechnik, die Montage von Kraftwerks- oder Betriebsanlagen. Der Unterschied zu einer „CAR für Maschinen“: Die Montageversicherung kennt in der Regel auch die Phase des Probebetriebs – jenen heiklen Abschnitt, in dem die Anlage bereits läuft, aber noch nicht übergeben ist. Typische EAR-Situationen zeigt der Beitrag Maschinenmontage.

Und wenn das Projekt gemischt ist?

In den meisten realen Projekten gibt es sowohl Bau- als auch Montagearbeiten: Zur Halle gehört die Gebäudetechnik, zum Solarpark die Tragkonstruktion. In diesem Fall entscheidet der Schwerpunkt – bei überwiegendem Bauanteil ein CAR-Rahmen mit ergänzender Montagedeckung, bei überwiegendem Technologieanteil eine EAR. In der Praxis lösen die Versicherer das mit gemischten Klauseln; entscheidend ist, dass die gesamte Arbeit durchgängig und möglichst ohne Lücken gedeckt ist und zwischen den beiden Sparten kein „Niemandsland“ entsteht.

Warum lohnt sich eine genaue Einordnung?

Denn die beiden Sparten setzen den Schwerpunkt unterschiedlich: Bei der EAR stehen der Probebetrieb und Maschinenschäden im Vordergrund, bei der CAR Elementarschäden und Baustellenrisiken. Die typische Folge einer falschen Einordnung ist ein strittiger Schadenfall. Bei der Angebotsanfrage gehört deshalb zu den ersten Fragen: Was entsteht hier, und wie groß ist der technologische Anteil darin? Einen Rahmen dafür bietet das Projekt-Datenblatt, die Deckungsgrundlagen fügen sich auf der Seite Deckungen zu einem Gesamtbild.

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Dieser Artikel ist rein informativ, enthält allgemeine Informationen und stellt kein Angebot und keine Versicherungs- oder Rechtsberatung dar. Die konkreten Deckungen werden durch die jeweils geltenden Vertragsbedingungen der Versicherer bestimmt; die Sektionsstruktur und der Umfang der Erweiterungen unterscheiden sich von Versicherer zu Versicherer.

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