Für das fertige Gebäude ist die Wohngebäude- oder Sachversicherung zuständig – aber was schützt das Bauwerk, während es entsteht? Genau dafür wurden die beiden Spielarten der Bauleistungsversicherung geschaffen: die CAR und die EAR. Hinter den Abkürzungen steckt eine einfache Logik, und die erste Entscheidung ist bei jedem Projekt dieselbe: In welchen Rahmen fällt die Arbeit?
Die CAR ist der klassische Rahmen für Bauprojekte: Einfamilienhaus, Mehrfamilienhaus, Halle, Bürogebäude, Straße, Versorgungsleitungen. Das Herzstück der Police ist der Sachteil, der das entstehende Bauwerk – die erbrachte Bauleistung, das verbaute Material, den Bestand auf der Baustelle – gegen unerwartete, plötzliche Schäden schützt: Sturm, Feuer, Leitungswasser, Diebstahl, Einsturz. Daneben regelt der Haftpflicht-Teil Schäden, die Dritten entstehen – von der gerissenen Nachbarwand bis zur beschädigten Versorgungsleitung. Wie die beiden Standbeine aufgebaut sind, erklärt ein eigener Beitrag: die zwei Sektionen der CAR.
Die EAR ist die Montage-Ausgabe derselben Logik: die Installation von Fertigungslinien, die Sanierung von Heizzentralen, Kälte- und Klimatechnik, die Montage von Kraftwerks- oder Betriebsanlagen. Der Unterschied zu einer „CAR für Maschinen“: Die Montageversicherung kennt in der Regel auch die Phase des Probebetriebs – jenen heiklen Abschnitt, in dem die Anlage bereits läuft, aber noch nicht übergeben ist. Typische EAR-Situationen zeigt der Beitrag Maschinenmontage.
In den meisten realen Projekten gibt es sowohl Bau- als auch Montagearbeiten: Zur Halle gehört die Gebäudetechnik, zum Solarpark die Tragkonstruktion. In diesem Fall entscheidet der Schwerpunkt – bei überwiegendem Bauanteil ein CAR-Rahmen mit ergänzender Montagedeckung, bei überwiegendem Technologieanteil eine EAR. In der Praxis lösen die Versicherer das mit gemischten Klauseln; entscheidend ist, dass die gesamte Arbeit durchgängig und möglichst ohne Lücken gedeckt ist und zwischen den beiden Sparten kein „Niemandsland“ entsteht.
Denn die beiden Sparten setzen den Schwerpunkt unterschiedlich: Bei der EAR stehen der Probebetrieb und Maschinenschäden im Vordergrund, bei der CAR Elementarschäden und Baustellenrisiken. Die typische Folge einer falschen Einordnung ist ein strittiger Schadenfall. Bei der Angebotsanfrage gehört deshalb zu den ersten Fragen: Was entsteht hier, und wie groß ist der technologische Anteil darin? Einen Rahmen dafür bietet das Projekt-Datenblatt, die Deckungsgrundlagen fügen sich auf der Seite Deckungen zu einem Gesamtbild.
Eine Frage zugeschnitten auf Ihr eigenes Projekt? Buchen Sie eine kostenlose 20-minütige Projekt-Konsultation →
Als unabhängiger Makler konkurrieren die Versicherer um Sie – nicht umgekehrt. Für die Beratung berechne ich keine Gebühr – die Vermittlungsvergütung zahlt der Versicherer, sie ist Teil der Versicherungsprämie.