„All-risk“ ist das am leichtesten missverstandene Wort im Versicherungswörterbuch: Viele lesen es als „zahlt für jedes Risiko“. Die Realität ist nüchterner – und genau dadurch brauchbar. Dieser Beitrag liefert eine Landkarte: Was fällt typischerweise in die CAR/EAR-Deckung, was lässt sich zusätzlich anschließen, und was war nie ein Versicherungsschaden?
Der Sachteil trifft das entstehende Bauwerk bei unerwarteten Schäden: Elementarschäden (Sturm, Wolkenbruch, Blitzschlag), Feuer und Explosion, Leitungswasser, Diebstahl und Vandalismus bei Einhaltung der Sicherungsanforderungen, sowie Strukturschäden – Einsturz, Verschüttung. Der Haftpflicht-Teil deckt Sach- und Personenschäden, die Dritten entstehen. Der genaue Umfang unterscheidet sich je nach Versicherer – beim Vergleich ist das der erste Prüfpunkt, nicht die Prämie.
Die CAR/EAR ist modular aufgebaut: Die Art des Projekts entscheidet, welche Erweiterungen nötig sind. Die häufigsten: Altbestand (bei Erweiterung und Sanierung), Gewährleistungszeitraum (nach der Übergabe), Lagerung und Transport (der Weg außerhalb der Baustelle), Baumaschinen, sowie der Probebetrieb bei der EAR. Das sind keine Verzierungen: Eine vergessene Erweiterung steht ganz oben auf der Liste der typischen Fehler beim Vertragsabschluss.
Es gibt einen Kreis, den keine Klausel je einschließt, weil es sich nicht um einen unerwarteten Schaden, sondern um ein geschäftliches oder qualitatives Risiko handelt: Vertragsstrafe und Bußgeld, der Terminverzug an sich, Abnutzung und Verschleiß, Bestandsfehlmengen und die Kosten der eigenen Nachbesserung fehlerhaft ausgeführter Arbeit. Bei Letzterem verläuft die Grenze fein: Die Neuausführung des fehlerhaften Teils ist nicht gedeckt, der aus dem Fehler entstehende Folgeschaden – etwa eine sonst einwandfreie, aber durch eine schlecht ausgeführte Rohrverbindung durchnässte Deckenkonstruktion – jedoch in der Regel schon. Die vollständige Liste: Ausschluss-Übersicht, der Planungsfehler ist eine eigene Sparte: hier ausführlich.
Mit drei Fragen: Was ist im Projekt der größte realistische Schaden? Ist er in der Basisdeckung enthalten, oder muss er zugeschaltet werden? Und was erwartet der Versicherer im Gegenzug (Bewachung, Schutzmaßnahmen, Dokumentation)? Wer so liest, dem gibt das All-Risk-Konzept genau das, wofür es gedacht ist: einen breiten, aber berechenbaren Schutz. Für die praktische Lektüre: der Schnellleitfaden zum Lesen der Bedingungen.
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