Wissen · Schadenfälle

Feuer auf der Baustelle: Vorbeugung und Deckung

Ein Brand auf der Baustelle ist seltener als ein Sturm – aber wenn er eintritt, bringt er keinen Teilschaden, sondern droht mit einem Totalschaden. Und seine Quelle ist ernüchternd alltäglich: Schweißen, Flexen (Trennschleifen), Bitumenschmelzen, provisorisches Stromnetz. Also: feuergefährliche Arbeitsphasen, die ihre eigene Ordnung haben – und diese Ordnung ist zugleich eine Voraussetzung der Deckung.

Kurz gesagt:
  • Feuer ist Teil der CAR-Grunddeckung – zusammen mit den Anforderungen an Schutzmaßnahmen und Arbeitsordnung.
  • Der Großteil der Schäden hängt mit feuergefährlichen Tätigkeiten zusammen: Schweißen, Schneiden, Schmelzen, provisorische Elektrik.
  • Die Dokumentation guter Praxis (Genehmigungsordnung, Brandwache, Ausrüstung) ist im Schadenfall ein Beweis.
  • Bei Arbeiten in einem in Betrieb befindlichen Gebäude ist Feuer auch das größte nach außen wirkende Risiko.

Woher kommt das Feuer?

Das statistische Bild ist seit Jahrzehnten ähnlich: Arbeiten mit offener Flamme und Funkenbildung (Schweißen, Flexen, Löten, Bitumen), die Entzündung von Abfall und Verpackungsmaterial, die Überlastung provisorischer Elektroanlagen und Heizgeräte bei Winterarbeiten. Der gemeinsame Nenner: Fast alles ist eine Frage der Arbeitsordnung – keine höhere Gewalt, sondern Disziplin.

Die Ordnung der feuergefährlichen Arbeit

Die bewährte Praxis – die auch die jeweils geltenden Brandschutzvorschriften rahmen – ist bekannt: die Bindung feuergefährlicher Tätigkeiten an eine Genehmigung mit Nachweisführung, das Entfernen bzw. Abdecken brennbarer Stoffe in der Umgebung, griffbereite Löschmittel, die Nachkontrolle nach der Arbeit (ein glimmender Ansatz kann Stunden später aufflammen) und die geordnete Lagerung von Abfall. Versicherungstechnisch ist der Kern: Diese Ordnung muss dokumentiert sein – Genehmigungsprotokoll, Bauleiter-Eintrag –, denn im Schadenfall ist das der Beweis: Artikel zur Dokumentation.

Wenn das Feuer nach außen übergreift

In einem in Betrieb befindlichen Gebäude, in geschlossener Bauweise, macht das Feuer nicht an der Grenze des Arbeitsbereichs halt: Sowohl der Gebäudeteil des Auftraggebers (Altbestand) als auch die Nachbarn (Haftpflicht-Teil) können betroffen sein – Brandfälle bei Dachdämmungs- und Fassadenarbeiten sind Dauergäste in der Beispielsammlung. Deshalb sind feuergefährliche Phasen die am strengsten gehandhabten Elemente bei Arbeiten in Gebäuden im laufenden Betrieb.

Wenn es doch passiert ist

Bei einem Brand gilt die Reihenfolge: Menschen, Behörden (Feuerwehr), Schadenminderung, Dokumentation, Meldung über die Schadenhotline des Versicherers – der Ablauf hier. Die Unterlagen der Brandursachenermittlung werden zu Schlüsseldokumenten der Schadenregulierung; ein Antasten des Orts ist bis zur Besichtigung zu vermeiden. Und ein ehrlicher Satz: Die Ablehnungsgeschichten bei Brandschäden laufen fast immer auf das Fehlen der Genehmigungs- und Nachkontrollordnung hinaus – genau das kann die eigene Arbeitsordnung ändern: Liste zur Schadenverhütung.

Eine Frage zugeschnitten auf Ihr eigenes Projekt? Buchen Sie eine kostenlose 20-minütige Projekt-Konsultation →

Dieser Artikel ist rein informativ, enthält allgemeine Informationen und stellt kein Angebot und keine Versicherungs- oder Rechtsberatung dar. Die konkreten Deckungen werden durch die jeweils geltenden Vertragsbedingungen der Versicherer bestimmt; die Sektionsstruktur und der Umfang der Erweiterungen unterscheiden sich von Versicherer zu Versicherer. Im Schadenfall ist der primäre Weg die Schadenhotline oder das Online-Portal des Versicherers; wenn der Fall stockt oder strittig ist, helfe ich als Makler dem Kunden, soweit möglich.

Verwandte Artikel

Fordern Sie ein Angebot an – der erste Schritt dauert 20 Minuten.

Als unabhängiger Makler konkurrieren die Versicherer um Sie – nicht umgekehrt. Für die Beratung berechne ich keine Gebühr – die Vermittlungsvergütung zahlt der Versicherer, sie ist Teil der Versicherungsprämie.

Termin buchen